Ziele
1) Ziel der Arbeitsgemeinschaft Wiederbelebung Krefeld e.V. (AWI) ist die Verbesserung der
Überlebenschancen von Opfern des plötzlichen Herztodes in Krefeld.
2) Der Verein informiert die Bürger über:
- Symptome akuter Herzerkrankungen
- Ausbildung in der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW)
- die Einsatzmöglichkeiten von Automatischen-Externen-Defibrillatoren (AEDs)
Die Hemmschwelle des Eingreifens im Ernstfall soll herabgesetzt werden.
3) Die AWI unterstützt ein Defibrillator-Register,
- fördert die Verbreitung von Defibrillatoren in systematischen Jahresprojekten
- berät bei Standortfragen
- fördert qualitätssichernde Maßnahmen.
4) Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke
im Sinne des Abschnittes „Steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung.
Der Vereinszweck wird verwirklicht
- durch die Aufbringung von Spenden für die Anschaffung von AEDs
- durch begleitende Maßnahmen der Schulung und Logistik.
5) Der Verein ist selbstlos tätig. Er verfolgt keine eigenwirtschaftlichen Zwecke.
Grundlagen
1) Bei akuter Leblosigkeit sind unverzüglich geeignete Wiederbelebungsmaßnahmen
(s. aktuelle ERC-Richtlinien zur Reanimation) angezeigt, da andernfalls spätestens
nach 3-5 Minuten mit schweren, bleibenden Hirnschäden gerechnet werden muß.
2) Die Eigenversorgung des Gehirns durch ein wieder geordnet schlagendes Herz übertrifft
die beste Herz-Lungenwiederbelebung mehrfach.
3) Die Erfolgsaussichten für eine Wiederbelebung ohne Folgeschäden sind für Gehirn und Herz
in den ersten 3-5 Minuten am Höchsten.
4) In etwa 2/3 der Fälle akuter Leblosigkeit liegt Kammerflimmern des Herzens als Ursache
des Herzstillstands vor („elektrischer Unfall").
Nur der rechtzeitige Stromstoß durch einen Defibrillator kann zum normalen Rhythmus
und ins Leben zurückführen.
5) Für den Geretteten ist es unerheblich, wer den rettenden Stromstoß angewandt hat:
d.h. auch ungeschulte Laien sind dazu in der Lage („public access").
Die Geräte geben eine gesprochene Anleitung und weisen auch auf dienotwendigen Maßnahmen
der Herz-Lungen-Wiederbelebung hin.
6) Im Umkreis von 100 - 200 Metern um den Standort eines „Automatischen Externen Defibrillators"
(AED oder „Defi") können die erforderlichen kurzen Hilfszeiten erreicht werden,
sofern der AED „zu Fuß" abgeholt bzw. durch Dritte herbeigeholt wird.
7) Effektive Wiederbelebung und Frühdefibrillation sollten stets optimal zusammenwirken.
8) Die modernen AEDs leiten daher mit Sprachunterstützung die Helfer durch die Notfallmaßnahmen.
Dennoch ist eine Schulung in Wiederbelebungsmaßnahmen unter Einschluß des AED jedermann
zu empfehlen.
Lehren aus Theorie und Praxis der AED-Versorgung in Krefeld
Beratung/ Service:
1) Die AWI berät Interessenten über Sinn und Ort einer AED-Bereitstellung.
2) Die AWI klärt individuell die logistischen Voraussetzungen:
- MPG Einweisung
- Kontrollintervalle und Dokumentation
- Austausch von Elektroden und Batterien.
Die bereitstellenden Institutionen erhalten eine Bescheinigung über die Zahl der eingewiesenen
und der ausgebildeten Personen.
3) Die Ärzte der AWI stehen für die Nachbesprechungen nach Defi-Einsätzen zur Verfügung.
Die Erfahrungsberichte werden zur Qualitätsverbesserung aufgearbeitet.
Ausbildung
1) Die AWI bestätigt die Erfahrungen anderer Untersucher, dass ausreichende Grundkenntnisse
der AED-Anwendung auch ungeschulten Laien (s. Pkt.5) vermittelbar sind. Zeitdauer ca. 1 UE pro
Person.
Dies kann in Großunterweisungen auch vor größeren Gruppen stattfinden, wo AED`s angeschafft
wurden, z.B. alle Betriebsmitarbeiter, Vereinsmitglieder u.ä. .
Praktische Demonstrationen/Übungen sind dabei vorzusehen.
Auf die Notwendigkeit ausreichender HLW-Kenntnisse ist hinzuweisen.
2) Die Ersthelfer der betreffenden Institution werden hinsichtlich AED zusätzlich geschult,
entweder durch autorisierte Mitglieder der AWI oder durch die beteiligten Hilfsorganisationen
(DRK, MHD).
Alle bilden nach den aktuellen ERC-Richtlinien aus, die eine bedeutsame Verbesserung und
Erleichterung in der Reanimation darstellen.
3) Bei vorhandener Erste-Hilfe-Schulung ist die kombinierte AED-HLW-Schulung mit Theorie und
praktischen Übungen für Kleingruppen von 6-8 Personen in ca. 2 Unterrichtseinheiten (UE) möglich:
- 1 UE Theorie
- 1 UE Praxis mit ca. 10 Minuten Übungszeit pro Person (Praxis in Zweiergruppen).
4) Interessierte können bei fehlender Erste-Hilfe- und fehlender AED-Ausbildung diese als
Kombinationsausbildung HLW-AED bei den Hilfsorganisationen durchführen,
in der Regel als Tagesschulung.
5) Selbst bei Fehlen jeglicher unterwiesener Person soll bei akuter Leblosigkeit aber auch dem zufällig
anwesenden ungeschulten Laien der Zugriff auf einen AED möglich sein („public access";
rechtlich abgesichert: „Einschalten, Bedienungsanleitung hören und den vorgeschlagenen
Schritten folgen"!).
Bei früher Defibrillation sind Erfolge auch und gerade dann beobachtet worden.
Update 2009